"Offene Werkstatt" - was bedeutet das?

Ganz einfach: Eine Offene Werkstatt ist eine Werkstatt, die der Öffentlichkeit für eigenes Arbeiten offen steht. Eine Offene Werkstatt bietet allen Benutzer_innen Werkzeuge, Maschinen und den Platz, diese auch einzusetzen. Werkzeuge sind teuer, für spezielle Einsatzzwecke vorgesehen und werden letztlich typischerweise eher selten gebraucht. Und wer hat schon genug Platz, um sich einen richtigen Werkraum einzurichten? Hier setzt das Konzept der Offenen Werkstätten an. Ressourcen und Räume werden nicht individualisiert, sondern geteilt. So haben alle Zugang zu besserem Equipment, als es alleine jemals möglich wäre. Und dazu kommt der wichtigste Faktor: Die Community. Denn das Wichtigste beim Bauen, Herstellen und Reparieren ist das Wissen, wie es geht. Und das lernt man besten im Austausch und der Zusammenarbeit mit anderen.

 

Geschichte und Kontext der Offenen-Werkstatt-Bewegung

Seit den 1980er Jahren sind in vielen soziokulturellen Zentren und selbstverwalteten Jugendtreffs Offene Werkstätten entstanden. Menschen ohne eigenen Keller oder eigene Werkstatt, oder aber ohne Lust, alleine vor sich hinzuwerkeln, schaffen sich hier ihren Aktionsraum, teilen Werkzeug und Wissen, Leidenschaft und Kosten und bieten Öffnungszeiten für alle interessierten Mitmenschen an.

Einen weiteren Schub gewann die Bewegung ab 2002, als am Massachusetts Institute of Technology (MIT) das erste „FabLab“ (engl. fabrication laboratory) gegründet wurde. Dieses eng verwandte Konzept, das sich bald auch im deutschen Raum ausbreitete, verbindet die Elemente des gemeinsamen Nutzens von Werkzeugen und Räumen mit der digitalen Welt, indem die Arbeit mit vernetzten und produktionstechnisch innovativen Hilfsmitteln wie beispielsweise gemeinsam aufgebauten und betriebenen 3D-Druckern erfolgt.

 

Verbund Offene Werkstätten

In Deutschland sind viele Offene Werkstätten und FabLabs über den Verbund Offene Werkstätten vernetzt. Der Verbund unterstützt beim Aufbau und Betrieb von Offenen Werkstätten, bietet Schulungen und Vernetzungstreffen an und vermittelt eine maßgeschneiderte Haftpflichtversicherung. Auch das FREILab ist Mitglied im Verbund Offene Werkstätten.

 


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