10 Jahre FREILab Freiburg e.V.

Auch wenn das Jahr 2026 kein Schaltjahr ist: Am 29. Februar wurde der FREILab Freiburg e.V. offiziell zehn Jahre alt. Seit einer ganzen Dekade bietet der Verein seinen Mitgliedern einen gemeinsamen Treffpunkt um eigene Projekte umzusetzen und sich gemeinsam mit Gleichgesinnten über die unterschiedlichsten Interessen auszutauschen.

Grund genug für einen Blick zurück auf die vergangenen Jahre und wie aus einem kleinen Kreis von Menschen eine immer größere Gemeinschaft wurde.

Die Anfänge

Der 29.02.2016 war ein ganz besonderer Montag: An diesem Tag traf sich eine kleine Gruppe von Idealisten um gemeinsam einen neuen Verein zu gründen. Die Idee: Gemeinsam Menschen den Zugang zu Werkzeug und Werkstätten zu ermöglichen und ihnen damit die Welt des Handwerks und der Technik zu eröffnen. Sei es für eigene kleine und auch größere Projekte oder aus reiner Neugier rund um das Thema Technik, Selbermachen und kreatives Werken.

Doch von der formalen Gründung des Vereins, hin zu der offenen Werkstatt, wie wir sie heute kennen, war es ein langer Weg, der in in seinen Anfängen noch von viel formaler Vorarbeit geprägt war. Es gab viele Besprechungstermine und zahlreiche Diskussionen über Themenkomplexe wie Rechtsformen, die verschiedenen Möglichkeiten sich Unterstützung durch Institutionen und Stiftungen zu holen, Haftungsfragen und natürlich auch die Namensgebung. Außerdem halfen Besuche anderer offener Werkstätten, wie dem FabLab Karlsruhe e.V., von den Erfahrungen anderer Organisationen zu profitieren. Nach der Entscheidung, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, mussten eine rechtssichere Satzung und eine Geschäftsordnung erarbeitet werden und der Verein schließlich auch ins Vereinsregister eingetragen werden; die ganz normalen Freuden der Deutschen Bürokratie. Doch die wichtigste Frage, die während des gesamten Prozesses immer im Raum stand war: Wo könnte eine zukünftige Heimat für ein FREILab sein?

Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten war daher ein stetiger Begleiter während der Gründungsphase und ein knappes Jahr später hatte der Verein dann auch eine dauerhafte Bleibe gefunden: Im Januar 2017 unterschrieb der damalige Vorstand den Mietvertrag für die Vereinsräume in der Ensisheimer Str. 4. Damit konnte eine kleine Werkstatt eingerichtet werden, die am 31. März feierlich eröffnet wurde. Nun hatte der Verein, der damals bereits auf fast 60 Mitglieder angewachsen war, einen Platz für eine eigene kleine Holz- und Metallwerkstatt sowie mit dem Hauptraum ein Sammelbecken für alle anderen Bereiche. Einfach ein Platz an dem jede*r an den eigenen Projekten werkeln und sich verwirklichen konnte.

Mit den neuen Räumlichkeiten entstanden aber auch ganz neue Möglichkeiten. Beispielsweise wurde bereits kurz nach dem Einzug mithilfe von Geldern der anstiftung mit dem Bau unseres eigenen Lasercutters – basierend auf dem „LaserSaur“-Projekt – begonnen, der einen nicht gerade kleinen Teil der neuen Räumlichkeiten einnahm und bereits im darauffolgenden Jahr fertiggestellt wurde. Auch in den anderen Werkstattbereichen entstanden neue Gerätschaften und Mobiliar: 2018 wurde die Holzwerkstatt um unseren noch heute vorhandenen Multifunktionstisch erweitert, während im Metallbereich der Bau einer CNC-Fräse angegangen wurde. Und auch im Außenbereich fanden mit der Terrasse sowie einem eigenen Schweißbereich Erweiterungen statt. Das alles bereits mit 150 Mitgliedern, die fleißig Hand anlegten und all die Projekte überhaupt erst möglich machten.

Herausfordernde Zeiten

Als im Januar 2020 die ersten Berichte über eine neue Viruserkrankung die Runde machten, konnte noch niemand ahnen, welche Herausforderungen in den darauffolgenden Monaten und Jahren für den Verein und die Gemeinschaft bevorstanden. Denn von den im Rahmen der Pandemie getroffenen Maßnahmen und Lockdowns blieb natürlich auch das FREILab nicht verschont. Plötzlich konnte die Gemeinschaft ihre Räumlichkeiten nicht mehr zusammen, sondern nur noch einzeln nutzen, und selbst nach dem Ende der Lockdowns musste aus Infektionsschutzgründen die Zahl der Menschen in den Räumlichkeiten beschränkt werden. Aber trotz der Tatsache, dass viele die Werkstätten und Räumlichkeiten in dieser Zeit nicht mehr nutzen könnten, hielten die Mitglieder dem Verein die Treue und zahlten weiter Mitgliedsbeiträge, mit denen die laufenden Kosten für den Erhalt der Vereinsräume gedeckt werden konnten. Etwas, das bei Weitem keine Selbstverständlichkeit war und andere Vereine in dieser Zeit vor existenzielle Schwierigkeiten stellte.

Aber diese einschneidende Zeit hatte auch positive Aspekte, denn aufgrund der bereits zuvor gestiegenen Mitgliederzahlen wurde langsam aber sicher der vorhandene Platz knapp, weshalb der Verein 2021 die Möglichkeit ergriff, die vorhanden Fläche im gleichen Gebäude nahezu verdoppeln zu können und den neu angemieteten Bereich für seine Zwecke auszubauen. In den kommenden sechs Monaten sollte auf diese Weise eine größere Holzwerkstatt sowie ein neuer Metallbereich entstehen, die neben mehr Raum zum Arbeiten auch die Option für neue Maschinen bot, die in Zukunft angeschafft werden sollten. Eine Erweiterung, die im Juni 2022 dann auch mit einem eigenen Tag der offenen Tür gefeiert und der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Ein weiterer Effekt der langsam abklingenden Pandemie: Nach der langen Phase der Abschottung ergriffen viele Menschen nun die Möglichkeit, sich nach neuen Betätigungsfeldern umzuschauen, was zu einem deutlichen Anstieg der Vereinsbeitritte führte. Im Oktober 2022 war der Verein bereits bei 200 Mitgliedern angekommen und mit der gestiegenen Bekanntheit sollte sich diese Zahl innerhalb von nur zwei Jahren nochmals verdoppeln. Unterdessen nahm auch das Vereinsleben wieder Fahrt auf und führte zu vielen neuen Projekten und Ideen, angefangen von der Upcycling-Initiativen für gebrauchte Solarmodule, von denen einige auch auf dem Dach der Werkstatt ihren Platz fanden, über mehr öffentlichkeitswirksame Auftritte bei Messen und Veranstaltungen bis hin zum Ausbau der Möglichkeiten, die die einzelnen Werkstattbereiche schon bisher boten.

Mehr Vereinsmitglieder bedeuteten aber auch einen immer größer werdenden Arbeits- und Organisationsaufwand. Genügten in den Anfangszeiten ein einfacher Slack-Chat und ein Mailverteiler um die meisten Vereinsangelegenheiten zu organisieren, stand bald die Suche nach einer neuen Kommunikationsplattform und die Erarbeitung eines neuen Einweisungskonzeptes auf dem Plan, mit dem die große Nachfrage besser bewältigt werden sollte. Aber auch alte Ideen wurden nun wieder aufgegriffen und bekamen neuen Schwung: So gründete sich der Bildungsbereich im Frühjahr 2025 neu und nahm damit seine Arbeit wieder auf; ein nicht unwichtiger Bestandteil des Vereinszwecks, der im Zuge der Pandemie zurückgefahren werden musste. Darüber hinaus wurden in Laufe der Jahre aber auch neue und bessere Maschinen und Werkzeuge angeschafft, sowie komplett neue Werkstattbereiche gegründet. Denn viele der neuen Mitglieder brachten neben ihrer Expertise vor allem auch viel Motivation und Freude an ihrem Hobby mit.

Quo vadis, FREILab?

Nach der ersten Dekade und einer Mitgliederzahl von mittlerweile 500 Menschen stellt sich für den Verein nun auch die Frage, wohin es in den kommenden Jahren gehen soll. Stärkeres Engagement in Bereichen wie dem Klimaschutz und Kooperationen mit anderen Vereinen und Organisationen sind bereits geplant, aber auch der steigende Platzbedarf wird durch die zusätzlichen Angebote wie Workshops und Bildungsprojekte immer deutlicher. Alles Themen, die unter anderem im Rahmen eines Zukunftsworkshops zu Beginn des Jahres ausgelotet wurden, um damit die Grundlage für wichtige Entscheidungen zu legen, die in den kommenden Monaten und Jahren auf uns zukommen. Aber was sich bei all dem gezeigt hat: Das Wichtigste ist und bleibt weiterhin der Aspekt der Gemeinschaft und des Miteinanders in einer Gruppe von begeisterten Bastler*innen, Tüftler*innen und Enthusiast*innen, die sich gern miteinander austauschen und gemeinsam arbeiten.